Pilotprojekt · eine unabhängige Fallstudie an einem realen Bergwerk
Das Kandidaten-PilotprojektAuguste Victoria Colliery (Bergwerk Auguste Victoria) · Marl, Deutschland
Das Pilotprojekt ist kein erdachter Standort – und kein laufendes Vorhaben. Es ist eine Fallstudie zu einem Kandidatenstandort, dem am besten dokumentierten Musterbergwerk in unserem Bestandsverzeichnis: ein reales Kohlebergwerk am Nordrand des Ruhrgebiets, 2015 stillgelegt, das dem Modell zufolge weiterhin Methan emittiert und für das in den ausgewerteten Quellen keine öffentliche Messung an der Quelle gefunden wurde.
Unabhängige Forschungsfallstudie. Sie impliziert weder Zugang zum Standort noch eine Beteiligung des Betreibers oder eine bestehende Projektbeziehung.
Eines der letzten Steinkohlenbergwerke Deutschlands – sehr tiefe, sehr gasreiche Kohle.
GEM Juni 2024, Abklingen nach Kholod – zweitgrößte Quelle im EU-Bestandsverzeichnis.
Die beherrschende ungeklärte Variable. Weitgehend geflutet, erwartet das Modell kaum Emissionen; trocken, bläst es weiter aus. Teilflutung, Abdichtungen und verbundene Grubenbaue müssen vor Ort überprüft werden.
Mio. m³ pro Jahr auf dem trockenen Pfad – ein langer Ausläufer, auf den das Ausblasverbot von 2030 nicht warten wird.
Warum dieser Standort: Die Daten sprechen dafür. Deutschland nutzt Berichten zufolge ≈ 99 % seines erfassten Methans aus aufgegebenen Bergwerken (die Quellen lassen den Nenner offen), die Netz- und Wärmenetzinfrastruktur des Ruhrgebiets ist dicht, und die Flutungsfrage dieses Bergwerks ist genau die Art von Frage, für deren Beantwortung die Plattform gebaut ist.
Die Uhr der regulatorischen Fristen · (EU) 2024/1787
Die ersten Emissionsberichte waren am 5. August 2026 fällig, und Ausblasen und Abfackeln sind ab 2030 beide verboten – das Pilotprojekt hat also eine Frist, bevor es ein Budget hat.
Der Regulierungsplan →Kandidatenstatus – nichts davon ist gesichert
- StandortzugangUnbekannt nicht gesichert
- Ansprache des BetreibersUnbekannt nicht aufgenommen
- Behördlicher RückhaltUnbekannt nicht gesichert
- BasisüberwachungUnbekannt nicht begonnen
- Technische PlanungGeschätzt nur konzeptionell
- Budget und ZeitplanUnbekannt nicht erarbeitet
Entscheidungspunkte, der Reihe nach
- Phase 0 · Genehmigung und Unterlagen — die zuständige Behörde oder den Betreiber ermitteln; Zugang zum Standort und zu den Daten sichern; Schächte, Abdichtungen, Wasserstände und verbundene Grubenbaue sichten.
- Phase 1 · Verifizieren — den Flutungsstatus bestätigen; Emissionspfade orten; Volumenstrom, Konzentration, Druck und Schwankungsbreite messen; die sicherheitstechnische Einstufung und den Ausgangszustand feststellen.
- Phase 2 · Auswählen — Rückgewinnung und Nutzung, Oxidation oder Zerstörung, nur Überwachung – oder gar nichts, wenn die gemessenen Emissionen unerheblich sind.
- Phase 3 · Erproben — eine begrenzte Demonstrationsanlage errichten; Zerstörungsgrad, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit an veröffentlichten Schwellenwerten prüfen.
- Phase 4 · Bedingt erweitern — Grubenwasserwärme, Wasserbehandlung, Solarenergie und Speicher, Landschaftssysteme und das öffentliche Observatorium – nur dort, wo die Belege vom Standort dafür sprechen.
Der Kern des Pilotprojekts sind die Phasen 0–3: Zugang, Messung, eine Methanmaßnahme und der Beleg. Alles Übrige auf dieser Seite sind bedingte Standortsysteme. Erfolgsschwellen – minimaler stabiler Volumenstrom, Zerstörungsgrad, Verfügbarkeit, Kosten je geminderter Tonne – werden vor jeder Einsatzentscheidung veröffentlicht.
Der Standort im Schnitt · Blatt AV-001
Ein Bergwerk, von der Oberfläche bis −1 300 Meter.
Der Gegenstand des Pilotprojekts, gezeichnet als technischer Schnitt: die flache Oberfläche von Marl, Schacht 8, die Flöze und ihre Maschinen, die Erzsohle, mit der die Kohle nie geworben hat – und ganz unten die Wasserfrage.
Die Schächte 1/2 werden im flachen Land bei Marl abgeteuft; das kohleführende Karbon steht erst unter ≈ 580 m Mergel an. Erste Kohle 1905 gefördert.
Ein Blei-Zink-Gang – 1930 zufällig angefahren – wird als Erzbergwerk innerhalb der Zeche abgebaut; in den 1950er-Jahren etwa ein Fünftel des deutschen Blei-Zink-Silber-Erzes. Zu finden: Station 04.
Schacht 8 wird bei Haltern-Lippramsdorf abgeteuft, bis 1980 auf ≈ 1 330 m vertieft – das tiefe Ende des Schnitts. Zu finden: die Aufstiegsanzeige.
Stilllegung nach ≈ 116 Jahren – unter den letzten Steinkohlenbergwerken Deutschlands. Das Methan hörte nicht auf. Zu finden: Station 05.
Der Standort, modelliert · aus der Feldstudie
Genau dieses Bergwerk, wie das Modell es sieht.
Das Twin-Instrument der Feldstudie ist auf Auguste Victoria voreingestellt. Die Würfel für Flutungsstatus und Abdichtung kippen und verfolgen, was das Pilotprojekt mit Instrumenten klären müsste.
Der Plan · fünf Systeme an einem Standort
Was Aftermine hier bauen würde.
Die technischen Blätter des ersten Systems – die adaptive Anlage zur Emissionsvermeidung im Container: Gesamtanordnung und die Weiche, die den Zerstörungsweg aus dem Gas selbst wählt.
01
Methanfeld
- Erfassungsbohrungen und abgedichtete Austrittsstellen
- Kontinuierliche Emissionsüberwachung
- Gasaufbereitung
- Rückgewinnung nutzbaren Methans, wo machbar
- Methanotrophe Behandlung geeigneter schwach konzentrierter Ströme
02
Bergwerks-Energiesystem
- Grubenwasser-Wärmepumpen
- Solarstromerzeugung
- Wärme- oder Batteriespeicher
- Wärme und Strom für Prozesse am Standort
- Möglicher Anschluss nahe gelegener Abnehmer
03
Biologische Systeme
- Modulare methanotrophe Festbettreaktoren
- Pflanzenkläranlagen
- Messtechnik für Wasserqualität und Kohlenstoffbilanz
04
Renaturierte Landschaft
- Heimische Lebensräume
- Bewirtschaftete Feuchtgebiete
- Sichere öffentliche Wege
- Ökologisches Monitoring
- Vermittlung der Bergbaugeschichte
05
Öffentliches Observatorium
- Live-Dashboard der Emissionen
- Interaktiver digitaler 3-D-Zwilling
- Forschungslabor
- Ausbildungszentrum
- Transparente Projektberichterstattung
Was daraus Wirklichkeit machen würde
Der Standort ist der Beleg – oder er ist nichts.
Das Pilotprojekt zählt nur, wenn seine Zahlen halten: zerstörtes Methan gemessen, nicht behauptet; gelieferte Wärme mit Zähler erfasst; Habitat Saison für Saison überwacht. Das Observatorium existiert, damit alle – Anwohnende, Aufsicht, Zweifelnde – dieselben Daten einsehen können, die auch den Betreibern vorliegen.
